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Kreisrunder Haarausfall Wenn Haare urplötzlich ausfallen und sich kreisförmige Kahlstellen auf der Kopfhaut oder im Bart bilden, ist das ein Indiz für kreisrunden Haarausfall. Ein Hoffnungsschimmer: Manchmal erledigt sich das Problem von selbst.

Was ist Kreisrunder Haarausfall?

(c) Wiki Commons / Abbassyma
Vereinzelte, ovalförmige Kahlstellen sind ein typisches Merkmal für den kreisrunden Haarausfall.

Es trifft einen meist aus heiterem Himmel: Haare fallen plötzlich aus, auf dem Kopf bleibt eine mondähnliche Kraterlandschaft zurück. Ein sicheres Symptom für den kreisrunden Haarausfall. Aber was ist darunter zu verstehen?

Kreisrunder Haarausfall, im Fachjargon als Alopecia areata bezeichnet, ist nach dem erblich bedingten Haarausfall die häufigste Ursache für Haarverlust beim Menschen.

Der entscheidende Unterschied der beiden Formen ist der Auslöser: Obgleich dieser nach bisherigem Stand der Forschung nicht genau geklärt ist, wird der Kreisrunde Haarausfall gemeinhin auf eine Autoimmunstörung zurückgeführt.

Die Erkrankung lässt sich zwar grundsätzlich nicht vollständig heilen, die Symptome können hingegen therapiert werden.

Runde Kahlstellen sind typische Symptome

Kreisrunder Haarausfall ist recht eindeutig durch runde oder ovale, scharf abgegrenzte Stellen, an denen keine Haare mehr wachsen, erkennbar. Die betroffenen Stellen sind etwa 2-4 Zentimeter groß und werden häufig von einer Fläche aus kurzen, abgebrochenen Haaren, welche sich leicht herausziehen lassen, umrandet.

Kreisrunder Haarausfall kann nicht nur das Haupthaar, sondern auch jegliche Körperregionen und das Gesichtshaar betreffen. Auch Wimpern und Augenbrauen sind nicht ausgeschlossen. Die kahlen Stellen können sich mit der Zeit vergrößern und zusammenschließen, im ungünstigsten Fall ist der gesamte Körper von Haarausfall betroffen.

Das Geschlecht macht dabei keinen Unterschied: Männer wie Frauen sind gleichermaßen von dem Kreisrunden Haarausfall betroffen. Das Alter spielt in der Regel keine große Rolle – die Symptome können schon ab dem Kindesalter auftreten.

Teilweise zeichnet sich die Autoimmunerkrankung nicht nur durch Haarverlust, sondern auch durch eine Veränderung der Nagelstruktur ab. Dabei bilden sich Grübchen und Rillen in den Fingernägeln.

Mögliche Ursachen für den Kreisrunden Haarausfall

Beim Kreisrunden Haarausfall ist eine Spontanheilung möglich.

Die Ursache für Kreisrunden Haarausfall ist noch nicht vollständig geklärt, sehr wahrscheinlich handelt es sich allerdings um eine Autoimmunerkrankung. Das Abwehrsystem des Körpers ist demnach gestört.

Infolgedessen werden die körpereigenen Zellen der Haarfollikel angegriffen, eine Entzündungsreaktion wird hervorgerufen. Letztendlich kommt durch die entzündeten Follikel das Haarwachstum zum Erliegen und das Haar fällt gänzlich aus.

Diese fehlgeleitete Reaktion des Körpers tritt häufig in Verbindung mit anderen atopischen Erkrankungen auf. Beispiele hierfür sind allergisches Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis.

Ein weiterer Grund für den Haarschwund kann eine besonders starke psychische Belastung sein. So kann eine Schocksituation, wie der plötzliche Tod eines geliebten Menschen oder der unerwartete Verlust des Arbeitsplatzes, den Ausfall von Haaren begünstigen.

Lässt sich Kreisrunder Haarausfall stoppen?

Das Besondere am Kreisrunden Haarausfall ist, dass dieser prinzipiell reversibel ist. Das bedeutet, er kann auch ohne Behandlung vollständig wieder ausheilen. Da der Verlauf jedoch grundsätzlich unvorhersehbar ist, fällt es allgemein schwer, eine konkrete Prognose zu treffen. In einem ungünstigsten Fall ist die Spontanheilung nicht von Dauer – nach einiger Zeit fallen die Haare erneut aus.

Entscheidend ist, bei entsprechender Diagnose schnellstmöglich mit der Behandlung zu beginnen. Denn die Erfolgsaussicht, den Kreisrunden Haarausfall zu stoppen, fällt erfahrungsgemäß höher aus, wenn die kahlen Stellen noch nicht mehrere Jahre bestehen. Bei Kindern schlägt eine Therapie im Allgemeinen besser an als bei erwachsenen Menschen.

Therapieansätze

Minoxidil & Kortison
Anders als beim erblich-hormonell bedingten Haarausfall verspricht das Blutdruck-Medikament Minoxidil hier keine große Hilfe, kommt mitunter versuchsweise aber trotzdem zum Einsatz. Größere Erfolge bei der Behandlung von Kreisrundem Haarausfall erzielten kortisonhaltige Präparate. In Form von Cremes, Schaum oder Tabletten verabreicht oder auch mittels Kortison-Spritze direkt in die Kahlstellen injiziert, wird das fehlgeleitete Immunsystem unterdrückt – die Haare wachsen wieder nach. Rückfälle beim Absetzen von Kortision sind aber nicht auszuschließen.

Topische Immuntherapie
Bei einigen Betroffenen – insbesondere mit schwerem Verlauf – zeigte die topische Immuntherapie gute Resultate. Bei dieser Therapiemethode wird mithilfe des auf der Kopfhaut aufgetragenen Wirkstoffs Diphenylcyclopropenon (DCP) eine allergische Reaktion hervorgerufen. Die bewusste Stimulation des Immunsystems soll die körpereigene Abwehr von dem Angriff auf die Haarfollikel ablenken und infolgedessen wieder das Haarwachstum ankurbeln.

Diphenylcyclopropenon ist in Deutschland als Medikament zur Behandlung von Kreisrundem Haarausfall nicht zugelassen, die Kosten für die Behandlung müssen Betroffene deshalb oft selbst tragen. Gleichzeitig existiert keine Garantie für Nachhaltigkeit: Auch nach erfolgreicher DCP-Behandlung ist erneuter Haarverlust wieder möglich.

Stressvermeidung
Kommen Stress oder eine allgemein außergewöhnlich hohe psychische Belastung als Ursache infrage, hilft es häufig gezielt nach Entspannung zu suchen. So zum Beispiel mit einem Hobby oder sportlicher Betätigung als Ausgleich zum Alltag. Im Idealfall kuriert das den Kreisrunde Haarschwund praktisch von selbst: Haare wachsen wieder nach, einst kahle Stellen auf der Kopfhaut verschwinden wieder.

Haarverpflanzung bei Alopecia areata nicht ratsam

Als Alternative zu (medikamentösen) Behandlungsformen setzen viele Betroffene ihre Hoffnungen in die Haartransplantation. Jedoch: Aufgrund des wechselhaften, unvorhersehbaren Verlaufs ist eine Transplantation weder ratsam noch erfolgsversprechend. Eben noch mit einer Haarverpflanzung aufgefüllte und verdichtete Stellen können abermals angegriffen werden – der Eingriff wird dadurch obsolet. Springt bei Alopecia areata keine Methode an oder sind die durch den Kreisrunden Haarausfall entstandenen Kahlstellen zu groß, bleibt Betroffenen noch das Tragen einer Perücke.

 

Ihre Ansprechpartnerin: Maria Krieger | Haarexpertin bei NTH

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